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Begriffserklärungen

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A

ABI Plus™

Der ABI Plus™ ist ein Messinstrument für den Status der Arbeitsbewältigung in Ihrem Betrieb (die Abstimmung von Arbeitsbedingungen mit Ressourcen der MitarbeiterInnen). Er wurde im Rahmen des AUVA- und PVA-Programms „Fit für die Zukunft – Arbeitsfähigkeit erhalten“ entwickelt und baut auf dem Workability Index (WAI) auf. Erweitert wurde der WAI durch die Möglichkeit, mit dem ABI Plus™ Beeinflussungsfaktoren der Arbeitsfähigkeit wie Sinn, Kompetenzen, Einklang von Beruf und Privatem erheben zu können.

Der ABI Plus™ gibt auch Auskunft darüber, in welche Bereiche ein Betrieb investieren sollte (z.B. Gesundheitsförderung und Ergonomie oder Weiterbildung, Führungskräftekompetenz), um die Arbeitsfähigkeit und Arbeitsbewältigung seiner MitarbeiterInnen zu fördern. Weitere Informationen finden Sie hier.

Arbeitsbedingte Erkrankungen
sind Krankheiten, die vorwiegend oder zum Teil durch das Arbeitsumfeld bzw. durch die Arbeitstätigkeit bedingt sind.
Arbeitsfähigkeit

Arbeitsfähigkeit ist dann gegeben, wenn sich die Ressourcen einer Person und die an sie gestellten Aufgaben in Balance befinden.

Verschiedene Faktoren aus vier Bereichen bilden das Fundament für die Arbeitsfähigkeit eines Menschen (wie im „Haus der Arbeitsfähigkeit" von Prof. Juhani Ilmarinen dargestellt):

  • physische, psychische und geistig-mentale Gesundheit
  • fachliche Qualifikationen, Wissen, Kompetenzen, Fähigkeiten und Fertigkeiten
  • Werte, Einstellungen und Motivationen
  • Arbeitsinhalte, Arbeitsumgebung, Führung, Arbeitsorganisation

Arbeitsfähigkeit ist also immer sowohl durch die individuellen Möglichkeiten und Voraussetzungen der Person selbst beeinflusst, als auch durch die Situation, in der sie sich befindet.

Arbeitsmedizin
Die Arbeitsmedizin ist ein Fachgebiet der Medizin, das sich mit der Untersuchung, Bewertung, Begutachtung und Beeinflussung der Wechselbeziehungen zwischen Anforderungen, Bedingungen und Organisation der Arbeit sowie dem Menschen, seiner Gesundheit, seiner Arbeits- und Beschäftigungsfähigkeit und seinen Krankheiten befasst.

Dazu gehören einerseits die Prävention und Diagnostik arbeits- oder umweltbedingter Gesundheitsschäden und Berufskrankheiten. Andererseits ist die ergonomische Gestaltung von Arbeitsplätzen und Arbeitsabläufen eine wesentliche Aufgabe, ferner die Integration von chronisch Kranken (wie Patienten mit Rheuma, Epilepsie, Diabetes mellitus etc.) und behinderten Personen in den Arbeitsprozess (oft in Zusammenarbeit mit Arbeitsassistenzen). Arbeitsmedizin ist das klassische ärztliche Fachgebiet der Prävention, der Gesundheitsförderung und der Rehabilitation. Die Arbeitsmedizin ist somit vor allem auch eine beratende Medizin und hat keine heilenden Aufgaben zu erfüllen. Sie ist sprechende Medizin, das heißt auf den Dialog mit der Zielgruppe ausgerichtet. Diese ist in der Mehrzahl nicht krank. Um präventiv wirken zu können müssen ArbeitsmedizinerInnen aktiv auf die Menschen zugehen.
Arbeitspsychologie
Arbeits- und OrganisationspsychologInnen befassen sich mit dem Erleben und Verhalten des Menschen bei der Arbeit bzw. in Organisationen (Betrieben). Es gibt wissenschaftlich beforschte Grenzen, ab denen Arbeitsbedingungen für Menschen zur psychischen und/oder sozialen Belastung werden. Das kann – wenn diese Fehlbelastungen über längere Zeit bestehen bleiben - dazu führen, dass es zu Unstimmigkeiten und häufigen Konflikten kommt bis hin zu Mobbing, Bossing, Stalking, Menschen suchtkrank werden, (z.B. Alkohol, Medikamente, Coffein, Zigaretten...) oder psychische und/oder physische Erkrankungen von MitarbeiterInnen vermehrt auftreten und Unfälle häufiger werden.

Arbeits- und OrganisationspsychologInnen diagnostizieren die Ursachen und schlagen gezielte und wirkungsvolle Maßnahmen zu deren Behebung vor. Weiters begleiten Sie Betriebe bei der Umsetzung dieser und anderer Maßnahmen oder von Veränderungsprozessen in Unternehmen und evaluieren den Erfolg.
Arbeitssoziologie
Die Arbeitssoziologie befasst sich mit der Arbeit in allen sozialen Ausformungen. Dabei werden arbeitsbezogene Einstellungen, Interessen und Handlungen mit der Arbeitsorganisation und den Strukturen der Arbeitswelt in Beziehung gesetzt.

Prozesse des täglichen Arbeitslebens, die nicht immer gleich auf den ersten Blick für uns erkennbar sind, werden sichtbar gemacht. Im Zentrum steht nicht die Person im Arbeitsprozess, sondern die Strukturen innerhalb derer Personen handeln und die durch ihr Handeln erzeugt werden.

Analyse- und Interventionsfelder sind zum Beispiel: Kooperations- und Konfliktverhalten einschließlich des „Absentismus“, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, betriebliche Hierarchie und Mitbestimmung, Arbeitsmotivation, Arbeitserfahrung wie etwa Arbeitsfreude, Gruppenbildung, Anforderungen und Qualifikation, Kooperation und Arbeitsteilung, Formen und Techniken der Arbeit, Arbeit und sozialer Status sowie die gesellschaftliche Organisation der Arbeit.
ASchG (ArbeitnehmerInnenschutzgesetz)

Seit Jänner 2013 ist die Novelle des ArbeitnehmerInnenschutzgesetzes (ASchG) in Kraft getreten. Dabei wird die Verpflichtung des Arbeitgebers zur Evaluierung arbeitsbedingter psychischer Belastungen ausdrücklich betont, wie auch schon in § 68 Abs. 1 als besondere Maßnahme bei Bildschirmarbeit seit jeher gefordert.
Gegenstand der Evaluierung arbeitsbedingter psychischer Belastungen sind ausschließlich die Bedingungen/Verhältnisse, unter denen Arbeit stattfindet.
Es geht NICHT um die Messung von Arbeitszufriedenheit, Burn-out, Leistung, Stress oder ähnlichem bei einzelnen Mitarbeiterinnen oder Mitarbeitern, sondern um konkrete Einflussfaktoren aus folgenden Dimensionen (lt. § 3 Abs. 2 ASchG Stand der Technik/ÖNORM EN 10075):

  • Arbeitsaufgaben und Tätigkeiten (z.B. emotionale Belastung durch Umgang mit schwierigen KundInnen, hohe Verantwortung, Daueraufmerksamkeit bei Überwachungstätigkeiten...)
  • Arbeitsorganisation (z.B. Arbeitstempo, Pausengestaltungen, Schichtarbeit, unklare Zuständigkeiten, häufige Unterbrechungen...)
  • Arbeitsumgebung (z.B. Lärm, Klimabedingungen, Beleuchtung und Belichtung, Arbeitsmittel und Arbeitsstoffe, Software...)
  • Organisationsklima (z.B. Führungsverhalten, Kommunikation, Zusammenhalt, Handlungsspielräume...)

Die Evaluierung arbeitsbedingter psychischer Belastungen ist nicht zu verwechseln mit dem Angebot von fit2work.

AUVAfit

Ergebnisse aus der Epidemiologie zeigen, dass beispielsweise ein gutes Betriebsklima, faire Aufstiegschancen, wertschätzende Vorgesetzte oder ein angemessener Arbeitsumfang Stress oder andere Fehlbeanspruchungen erst gar nicht aufkommen lassen.
Die AUVA hat mit einem interdisziplinären Team ein Programm entwickelt, das Fehlbeanspruchungen durch arbeitsbedingte psychische Belastungen und arbeitsbedingte Belastungen des Bewegungs- und Stützapparats, sowie deren Wechselwirkungen vermeiden bzw. beseitigen soll. Die arbeitsbedingten Belastungen werden zunächst analysiert und basierend auf der Analyse erarbeiten SpezialistInnen der AUVA gezielte Maßnahmen für Verbesserungen der Arbeit oder deren Ausführungsbedingungen.
Arbeitspsychologische und ergonomische Beratung und Betreuung gehören in allen Phasen des AUVAfit dazu. www.auva.at/auvafit

B

Betriebliche Gesundheitsförderung

Betriebliche Gesundheitsförderung (kurz BGF genannt) bezeichnet alle gemeinsamen Maßnahmen von ArbeitnehmerInnen und ArbeitgeberInnen zur Förderung und Verbesserung von Gesundheit und Wohlbefinden am Arbeitsplatz. Im Rahmen der Betrieblichen Gesundheitsförderung werden möglichst umfassend Ressourcen und Potenziale identifiziert, die die Gesundheit von Belegschaften fördern können. Ein breiter Zugang zum Thema Gesundheitsförderung sorgt dafür, dass möglichst kreativ auf Bedürfnisse von ArbeitnehmerInnen reagiert werden kann, betriebliche Gegebenheiten berücksichtigt werden und alle Beteiligten in Betrieben empowert werden, sich aktiv um Gesundheit zu bemühen. Während individueller Verhaltensförderung durchaus auch Aufmerksamkeit geschenkt wird, liegt in der Praxis der Betrieblichen Gesundheitsförderung der Schwerpunkt der Maßnahmen eindeutig im verhältnisfördernden Bereich. Da betriebliche Gesundheitsförderung im Regelfall einem ganzheitlichen Konzept folgt, muss die Qualitätssicherung sich an der Struktur, dem Prozess und dem Ergebnis orientieren.

Betriebliches Eingliederungsmanagement

Das betriebliche Eingliederungsmanagement (kurz BEM genannt) ist eine Aufgabe des/der Arbeitgebers/Arbeitgeberin mit dem Ziel, eine mögliche Arbeitsunfähigkeit seiner ArbeitnehmerInnen möglichst gering zu halten, erneuter Arbeitsunfähigkeit vorzubeugen und den Arbeitsplatz des/der betroffenen Beschäftigten im Einzelfall zu erhalten sowie gesundheitsförderlich (jedoch wenigstens nicht weiter schädigend) zu gestalten.
Im weiteren Sinne geht es um ein betriebliches Gesundheitsmanagement zum Schutz der Gesundheit der Belegschaft.

Betriebsberatung

Im Gegensatz zum Case Management geht es bei der Betriebsberatung weniger um den einzelnen Menschen als vielmehr um das berufliche Umfeld. ExpertInnen helfen dem Betrieb dabei, Arbeit (z.B. Arbeitszeit, Arbeitsumfeld, Arbeitsorganisation, Arbeitsmittel, Arbeitsplatz,...) so zu gestalten, dass sie von MitarbeiterInnen das gesamte Berufsleben hindurch gesund ausgeführt werden kann und auch gerne ausgeführt wird und dass sie keine Schädigungen verursacht.

Burnout

Gesundheitliche Probleme können Körper oder Psyche betreffen. Der Begriff Ausgebranntsein oder Burnout-Syndrom bezeichnet einen besonderen Fall ausgeprägter emotionaler Erschöpfung und redu­zierter Leistungsfähigkeit. Burnout ist die letzte Phase einer Entwicklung, an deren Ende oft psychosomatische Erkrankungen, Depression oder Sucht­gefährdung stehen.
Burnout und andere psychische Erkrankungen sind aber nicht nur ein persönliches Problem der Be­troffenen, sondern häufig Reaktionen auf Lebens- und Arbeitsbedingungen.

C

Case Manager/Case Managerin/Case Management

Unter Case Management (dt. Fallmanagement) versteht man eine gut organisierte und auf den Bedarf einer Einzelperson zugeschnittene Hilfeleistung. Die Person wird dabei von einem Case Manager/einer Case Managerin begleitet, und zwar über die Grenzen von Einrichtungen, Dienstleistungen, Ämtern und Zuständigkeiten hinweg. So bekommen Hilfesuchende in einem komplexen Handlungsfeld eine auf ihre individuellen Problemlagen zugeschnittene Hilfestellung in Form eines abgestimmten Maßnahmenpakets erhalten. Ein wesentliches Element dabei ist die aktive Einbeziehung der Betroffenen in die Planung, Zielvereinbarung und Umsetzung.

check4start

Um in den Genuss einer Betriebsberatung durch fit2work zu kommen, ist zunächst check4start zu durchlaufen.
Spezielle BeraterInnen der AUVA führen check4start gemeinsam mit Ihnen in Ihrem Betrieb durch. Dazu geben Sie bitte Ihre Daten per Kontaktformular, Mail oder Telefon bekannt. Innerhalb von zwei Wochen werden Sie verlässlich per Telefon kontaktiert.
Im Rahmen eines Informationsgesprächs (per Telefon oder persönlich) werden Unklarheiten beseitigt. Danach werden zwei Termine vereinbart, eine Einwilligungserklärung (Datenschutz) unterschrieben sowie ein Fragebogen freigeschaltet, der zur Vorbereitung auf den ersten gemeinsamen Workshop dient.
Im ersten Workshop werden alle Daten gesammelt, die für die Betriebsberatung notwendig sind. Im zweiten Workshop wird gemeinsam eine Entscheidung gefällt, ob Ihr Betrieb an die Stufe 2 von fit2work oder eine andere geeignete Maßnahme übergeben wird. Damit ist der check4start abgeschlossen.

Coaching
Coaching meint die lösungs- und zielorientierte Begleitung von Menschen zur Förderung der Selbstreflexion sowie der selbstgesteuerten Verbesserung der Wahrnehmung, des Erlebens und des Verhaltens. Die Coachs begleiten die Klientin/den Klienten bei der Realisierung eines Anliegens oder der Lösung eines Problems. Ziel des Coachings im beruflichen Kontext ist vor allem die Verbesserung der Lern- und Leistungsfähigkeit unter Berücksichtigung der Voraussetzungen der Einzelperson. Coaching ist ein Prozess, der sich über eine Reihe von Sitzungen erstrecken kann.
Der Begriff „Coach“ stammt aus dem Englischen und bedeutet wörtlich „(Pferde-)Kutsche“. Er beschreibt also ein Instrument, das es Menschen ermöglicht, von einem Ort zum anderen zu gelangen. Das Ziel nennt die/der KlientIn, die Coachs begleiten sie/ihn auf dem Weg als neutrale „Reise“-GefährtInnen.

 

D

Datenschutz
Datenschutz bezeichnet den Schutz des Einzelnen vor Missbrauch personenbezogener Daten. Datenschutz steht für die Idee, dass jeder Mensch grundsätzlich selbst entscheiden kann, wem wann welche seiner persönlichen Daten zugänglich sein sollen. Der Datenschutz will den sogenannten „gläsernen Menschen" verhindern. Bei fit2work werden alle Informationen absolut vertraulich behandelt und keine persönlichen Daten ohne Zustimmung an Dritte weitergegeben.

E

Early Intervention
bedeutet wörtlich übersetzt „Frühzeitiges Einschreiten". Im Falle von fit2work ist damit gemeint, dass die Beratung so früh wie möglich, nachdem erste gesundheitliche Einschränkungen auftreten, beginnen soll. In jedem Fall aber, bevor die gesundheitliche Problematik sich so verschlimmert, dass die Invalidität nicht mehr verhindert werden kann.
Ergonomie
Das Wort "Ergonomie" setzt sich aus den altgriechischen Wörtern für "Arbeit", "Werk" und "Regel", "Gesetz" zusammen und ist somit die Wissenschaft von der Gesetzmäßigkeit menschlicher Arbeit.

Ziel der Ergonomie (siehe auch http://www.auva.at/ergonomie) ist es, die Arbeitsbedingungen und Arbeitsmittel für eine Aufgabe so passend zu gestalten, dass das Arbeitsergebnis optimal wird und die arbeitenden Menschen möglichst nicht geschädigt werden, auch wenn sie die Arbeit über Jahre hinweg ausüben. Dementsprechend ist eine ergonomische Arbeitsplatzgestaltung ein wichtiger Bestandteil zum Erhalt der Arbeitsfähigkeit.
Evaluierung arbeitsbedingter psychischer Belastungen
Seit Jänner 2013 ist die Novelle des ArbeitnehmerInnenschutzgesetzes (ASchG) in Kraft getreten. Dabei wird die Verpflichtung des Arbeitgebers zur Evaluierung arbeitsbedingter psychischer Belastungen ausdrücklich betont, wie auch schon in § 68 Abs. 1 als besondere Maßnahme bei Bildschirmarbeit seit jeher gefordert.

Gegenstand der Evaluierung arbeitsbedingter psychischer Belastungen sind ausschließlich die Bedingungen/Verhältnisse, unter denen Arbeit stattfindet. Es geht NICHT um die Messung von Arbeitszufriedenheit, Burn-out, Leistung, Stress oder ähnlichem bei einzelnen Mitarbeiterinnen oder Mitarbeitern, sondern um konkrete Einflussfaktoren aus folgenden Dimensionen (lt. § 3 Abs. 2 ASchG Stand der Technik/ÖNORM EN 10075):
  • Arbeitsaufgabe und Tätigkeiten (z. B. emotionale Belastung durch Umgang mit schwierigen Kunden, hohe Verantwortung, Daueraufmerksamkeit bei Überwachungstätigkeiten, …)
  • Arbeitsorganisation (z. B. Arbeitstempo, Pausengestaltungen, Schichtarbeit, unklare Zuständigkeiten, häufige Unterbrechungen, …)
  • Arbeitsumgebung (z. B. Lärm, Klimabedingungen, Beleuchtung und Belichtung, Arbeitsmittel und Arbeitsstoffe, Software, …) 
Organisationsklima (z. B. Führungsverhalten, Kommunikation, Zusammenhalt, Handlungsspielräume, …) Die Evaluierung arbeitsbedingter psychischer Belastungen wird hier deswegen erwähnt, weil es oft zu Verwechslungen mit fit2work kommt.

I

Integrationsbeauftragte/r

Der/die Integrationsbeauftragte ist die zentrale Ansprech- und Koordinationsperson im fit2work-Prozess innerhalb des Unternehmens. Er/sie koordiniert die betriebliche Eingliederung von gefährdeten bzw. gesundheitlich eingeschränkten Menschen. Dabei greift er/sie auf die Unterstützung interner und externer ExpertInnen zurück und wird zu Beginn von dem/der fit2work-BeraterIn gecoacht und unterstützt.

Er/sie ist Angehörige/r des Unternehmens und soll auch nach Projektende gefährdeten MitarbeiterInnen als direkte/r AnsprechpartnerIn zur Verfügung stehen.

Integrationsteam

Die Aufgabe des Integrationsteams ist die Eingliederung von Menschen, die krank sind, oder von Menschen mit Behinderung in den Arbeitsprozess sowie die gezielte Unterstützung besonders belasteter Gruppen von MitarbeiterInnen durch das Unternehmen (betriebliches Eingliederungsmanagement).

Das Integrationsteam geht aus der Steuergruppe der fit2work-Betriebsberatung hervor und zwar sobald die vereinbarten Maßnahmen umgesetzt und das betriebliche Eingliederungsmanagement systematisiert werden sollen.

Invalidität
Ist eine Person aus gesundheitlichen Gründen nicht in der Lage, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen, so leistet die gesetzliche Pensionsversicherung eine finanzielle Ab­siche­rung (Pension). Dabei gilt das „Alles-oder-Nichts-Prinzip". Demnach hat eine Person mit geminderter Arbeits­­fähigkeit entweder Anspruch auf Pension in voller Höhe oder aber gar keinen Pensionsanspruch.

Je nachdem, ob es sich um ArbeiterInnen, Angestellte oder selb­ständig Erwerbstätige handelt, wird unterschieden:

  • ArbeiterInnen - Invalidität
  • Angestellte - Berufsunfähigkeit
  • selbständig Erwerbstätige - Erwerbsunfähigkeit

Der Begriff Invalidität wird umgangssprachlich meist für jede Art der geminderten Arbeitsfähigkeit, also auch für Berufsun­fähig­keit und Erwerbsunfähigkeit, verwendet.

K

Kurzzeitarbeitslose
Arbeitslose Personen sind dann Zielgruppe von fit2work, wenn sie maximal drei Monate arbeitslos vorgemerkt sind und im Jahr davor mehr als sechs Monate beschäftigt waren. Dieser Betrachtungszeitraum kann bis zu einem Jahr verlängert werden, wenn ein durchgehender Krankenstand mit Krankengeldbezug vorliegt.

L

Lernarbeitsplatz
Es gibt keine rechtlich verbindliche Definition für einen Lernarbeitsplatz. In vielen Fällen wird darunter ein Arbeitsplatz zum langsamen Anlernen der jeweils später auszuübenden Tätigkeit verstanden. Aber auch wenn ev. durch Umstrukturierungen für langjährige MitarbeiterInnen ein Anpassungs- oder Veränderungsbedarf besteht, sind zeitlich befristete Lernarbeitsplätze eine ideale Möglichkeit. Es ist ein der Leistungsfähigkeit, den Fähigkeiten und Fertigkeiten, entsprechender Arbeitsplatz, der mit steigender Leistungsfähigkeit „mitwächst“.

In einem Produktionsbetrieb an einem Fließband kann ein Lernarbeitsplatz mit einer geringeren oder gar aufgehobenen Taktung eingerichtet werden. In einem Bürobetrieb kann es ein Arbeitsplatz sein, der statt in einem Großraumbüro in einem Einzelbüro errichtet ist, um hier Ruhe und besondere Konzentration zu ermöglichen oder auch ein Zweipersonenbüro mit MentorIn und neuem/r MitarbeiterIn zur einfacheren Zusammenarbeit. Auch Lehrlingsarbeitsplätze können als Lernarbeitsplätze bezeichnet werden.

Gemeinsam haben diese Beispiele jedenfalls, dass sie besonderen Anforderungen gerecht werden! Auch eine geistige oder körperliche Einschränkung ist eine besondere Anforderung. Daher können Lernarbeitsplätze eine gute Möglichkeit darstellen, um MitarbeiterInnen mit vorübergehenden oder auch bleibenden Einschränkungen den weiteren Verbleib im Unternehmen zu ermöglichen.

P

Prävention
Als Prävention bezeichnet man vorbeugende Maßnahmen, um ein unerwünschtes Ereignis oder eine unerwünschte Entwicklung zu vermeiden.

S

Salutogenese

Der israelisch-amerikanische Medizinsoziologe Aaron Antonovsky (1923–1994) prägte den Ausdruck "Salutogenese" in den 1970er Jahren als komplementären Begriff zu Pathogenese (Entstehung und Entwicklung von Krankheit). Nach dem Salutogenese-Modell ist Gesundheit nicht als Zustand, sondern als Prozess zu verstehen.
Bei jedem Menschen können wir gesunde und kranke Aspekte feststellen, solange er lebt. „Ganz gesunde Menschen gibt es nicht – es gibt nur nicht ganz gründlich untersuchte“ bzw. kann man auch bei einem Sterbenskranken noch gesunde Anteile finden, was besonders wichtig im Sinne der Salutogenese ist. Jeder bewegt sich auf einem Kontinuum und ist damit nicht entweder gesund oder krank, sondern immer im Prozess von sowohl gesund als auch krank.

Schonarbeitsplatz

Es gibt keine rechtlich verbindliche Definition für einen Schonarbeitsplatz und im allgemeinen Sprachgebrauch hat dieser Begriff meist auch einen negativen Beigeschmack. Dennoch möchten wir auch mit einheitlichen Begriffen von Arbeitsplätzen sprechen.

Grundsätzlich kann jeder Arbeitsplatz für jede Person zum Schonarbeitsplatz werden, wenn es der Person verbindlich gestattet wird, auf sich selbst und die jeweils aktuell vorhandene verminderte Leistungsfähigkeit zu achten, eben „sich zu schonen“. Eventuell hat diese Person ja in anderen Bereichen gesteigerte Leistungsfähigkeit und kann bzw. darf diese vermehrt zum Einsatz bringen. Man denke etwa an den Wandel der Leistungsfähigkeit mit steigendem Alter (Umsetzungsbeispiel: Mentoren Tätigkeit).
Enger definiert handelt es sich um einen speziellen Arbeitsplatz, an dem nach längerer Krankheit, bei hohem Alter oder bei Schwangerschaft mit geringeren körperlichen Anforderungen weitergearbeitet werden kann – frei nach der Wortdefinition der körperlichen Schonung.

Spezielle Schonarbeitsplätze sind Arbeitsplätze, auf denen Beschäftigte mit gesundheitlichen Problemen eingesetzt werden, die aufgrund ihrer Einschränkung nicht mehr in der Lage sind, die vom Unternehmen normalerweise geforderte Leistung erbringen zu können. Was allerdings in der Praxis genau darunter fällt, ist von jedem Unternehmen grundsätzlich selbst festzulegen. Es ist somit je nach individueller Situation Aufgabe des Arbeitgebers, den Arbeitsplatz nach den Fähigkeiten und Fertigkeiten des Mitarbeiters zu gestalten. Die optimale Passung zwischen Arbeit(splatz) und Mensch wird als ergonomisch bezeichnet.
Zu vermeiden ist jedenfalls die Ausgrenzung und/oder Stigmatisierung einzelner Personen durch die Errichtung bzw. Einrichtung eines solchen Arbeitsplatzes! Hier ist über die Unternehmenskultur für Wertschätzung und Anerkennung zu sorgen.

Steuergruppe

Die Steuergruppe ist zentraler Teil der betriebsinternen Projektstruktur und wird zu Beginn der fit2work-Betriebsberatung Stufe 2 eingerichtet. Sie setzt sich aus relevanten Schlüsselpersonen aus dem Betrieb zusammen, die den Projektablauf begleiten und steuern. Die Steuergruppe hält in regelmäßigen Abständen Sitzungen ab und nimmt an projektbegleitenden Workshops und Seminaren teil. Zu Beginn der Interventionsphase geht die Steuergruppe in einem Integrationsteam auf.

W

Workshop

Unter einem Workshop versteht man den (moderierten) Erfahrungsaustausch von TeilnehmerInnen aus den verschiedensten Fachgebieten. In moderierten Workshops kommen Menschen auf gleicher Ebene zusammen, die gemeinsam Strategien entwickeln und voneinander lernen wollen. Neues wird geschaffen und Anregungen für die weitere Entwicklung werden gegeben.